Willkommen zurück – Die Sammlung kehrt zurück.
Museum Villa Langmatt, Römerstr. 30, Baden.
Dienstag bis Freitag 14.00 bis 17.00 Uhr, Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr.
9. Mai bis 13. September 2026.
www.langmatt.ch
Wenn am 9. und 10. Mai das Museum Langmatt wiedereröffnet wird, dürfte die Zeit des Flatterbandes erst einmal vorbei sein. Gut zwei Jahre hat die Sanierung der Villa gedauert, die vor allem eine Ertüchtigung zu einem zeitgemäßen Museumsbetrieb war. In Baden verspricht man, dass vieles davon nicht sichtbar sein wird. Denn das Intime und die überschaubare Größe der Privaträume hat den Besuch immer so besonders gemacht. Als wären Jenny und Sidney Brown einfach auf eine ausgedehnte Reise aufgebrochen mit dem Ziel neue Kunst zu entdecken. Doch eine Villa aus der vorletzten Jahrhundertwende braucht heute eben ein technisches Update, um weiterhin Besucherinnen und Besucher zu empfangen und auch eine Heimat für eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen an impressionistischer Kunst sein zu können. Es ist das erste seit rund 120 Jahren. Während in Baden am Brandschutz, überhaupt an Haustechnik und Elektrik gearbeitet wurde, blieb die Sammlung jedoch nicht unter Verschluss. Sie war in Lausanne, Köln und Wien zu sehen.
Die auffälligste Änderung dürfte der neue Glaspavillon sein, entworfen von Ernst Niklaus Fausch Partner AG, der als Veranstaltungsort dienen soll, auch für Schulklassen und Gruppen. Im Mai startet das Museum Langmatt nicht einfach in die neue Saison, sondern das Haus knüpft an, wo man aufgehört hatte. Denn nicht allein ist die Impressionismus-Sammlung wieder zu sehen, auch mehrere Ausstellungen werden eröffnet. Reto Boller, der mit industriell hergestellten Materialien arbeitet und sich also auf Baustellen wohl fühlen dürfte, hat das Museum Langmatt kurz vor der Sanierung und währenddessen besucht und installative Eingriffe vorgenommen. Der Schweizer Cartoonist Silvan Wegmann hat die Schließphase mit seinen Zeichnungen begleitet und das Künstlerinnenduo BiglerWeibel zeigt neue Arbeiten. Ergänzt wird dieser Ausstellungsreigen durch Präsentationen aus dem Archiv und Rechercheergebnisse zur Provenienz der Sammlung. Im Sommer dürfen dann nicht nur die Einwohnerinnen und Einwohner von Baden Haus und Garten erobern, es gibt eine Lesung mit Raoul Schrott, Gespräche mit Künstlerinnen und Künstler sowie Yoga im Park. Die Erwartungen sind hoch, auch von Museumsleiter Markus Stegmann: „Und das Museum findet in Zukunft facettenreiche Möglichkeiten, das Publikum mit immer neuen Perspektiven auf das Erbe von Jenny und Sidney Brown zu überraschen. Ich wünschte mir, dass auch sie die Wiedereröffnung ihres Hauses erleben könnten.“ Sehen wir uns wieder? Was für eine Frage. Zeit wird’s.


