Den vollständigen Bericht gibt es zum Download unter https://theartmarket.artbasel.com
Zuletzt stand es nicht wirklich gut um den internationalen Kunstmarkt. Krisen, Kriege und unsichere Zukunftsaussichten hatten die Kauflaune der Sammler:innen spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine weltweit spürbar gebremst. 2025 stiegen die globalen Umsätze mit Kunst nun erstmals seit zwei Jahren wieder an, und zwar um 4 Prozent auf 59,6 Milliarden US-Dollar. Das berichtet Clare McAndrew in der zehnten Ausgabe des jährlich von ihr im Auftrag erstellten „Art Basel and UBS Global Art Market Report“.
Einen erheblichen Anteil an diesem Wachstum hatte der Auktionsmarkt mit einem Umsatzplus von 9 Prozent auf 20,7 Milliarden US-Dollar. Im Top-Segment der Einzellose über 10 Mio. US-Dollar nahm der Anteil im Vergleich zum Vorjahr sogar um 30 Prozent zu.
Das größte Umsatzvolumen wird laut Bericht nach wie vor jedoch in Galerien, auf Messen und im Kunsthandel erwirtschaftet. Mit 34,8 Milliarden US-Dollar stiegen die Umsätze hier im vergangenen Jahr um zwei Prozent. Der Online-Handel brach im gleichen Zeitraum dagegen um 11 Prozent ein und lag zuletzt noch bei 9,2 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert ist zudem die Dynamik bei der Gewinnung von Neukund:innen. 2025 erwarben 49 Prozent der Käufer:innen über alle Segmente hinweg erstmals ein Kunstwerk im Handel, ein Jahr zuvor waren es noch 44 Prozent. Bei mittleren und kleinen Galerien betrug dieser Anteil sogar 60 Prozent.
Die drei führenden Kunstmärkte waren laut „Art Basel and UBS Global Art Market Report“ auch 2025 die USA, Großbritannien und China. Zusammen vereinten sie mehr als drei Viertel des weltweiten Umsatzes auf sich. Dabei wuchs der US-amerikanische Anteil mit 26 Milliarden US-Dollar (plus 5 Prozent) auf 44 Prozent, während der britische Umsatzanteil bei 18 Prozent stagnierte (10,5 Milliarden US-Dollar) und der chinesische Anteil angesichts der Immobilienkrise im Land um einen Punkt auf 14 Prozent schrumpfte (8,5 Milliarden US-Dollar). Frankreich, der viertgrößte Kunstmarkt der Welt und der größte der EU, steigerte seinen Anteil auf 8 Prozent (4,5 Milliarden US-Dollar) und hatte so mit 54 Prozent den mit Abstand größten Anteil an den Umsätzen mit Kunst in der EU (8,4 Milliarden Euro). Auch die Schweiz und Österreich verzeichneten 2025 ein Umsatzplus von jeweils 13 Prozent, Umsatzeinbrüche mussten dagegen Italien (moderat mit 2 Prozent) und Deutschland (erheblich mit 10 Prozent) in Kauf nehmen. Dennoch blieb Deutschland auch 2025 der weltweit sechstgrößte Kunstmarkt.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen blickte der Kunsthandel verhalten optimistisch auf das laufende Jahr. So erwarten 43 Prozent der Händler:innen steigende und 38 Prozent stabile Umsätze. Bei den Auktionen rechnen 33 Prozent der Häuser mit höheren Umsätzen.


