Nach 20-jähriger Sanierung wird das Freiburger Augustinermuseum wieder ganz geöffnet

Augustinermuseum
Augustinermuseum Freiburg, Januar 2026, Luftbild, Foto: dotscene
Thema
26. Februar 2026
Text: Jürgen Reuß

Zukunfts(t)räume. Museen im Wandel.
Augustinermuseum, Augustinerplatz, Freiburg.
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr, Freitag 10.00 bis 19.00 Uhr.
28. Februar 2026 bis 21. Februar 2027.
www.museen.freiburg.de

Augustinermuseum
Jutta Götzmann, Direktorin der Freiburger Museen, Foto: Patrick Seege

Drei Fragen an Jutta Götzmann, Direktorin der Museen der Stadt Freiburg i. Br.

artline: Ende Februar wird zum Abschluss der Sanierung des Augustinermuseums mit der Ausstellung „Zukunfts(t)räume – Museum im Wandel“ der neue Bereich FREI_Raum eröffnet. Welche ­(T)räume verbinden sich für Sie damit?
Jutta Götzmann: Das Augustinermuseum ist kein White Cube, sondern eines der geschichtsträchtigs­ten Häuser Freiburgs. Der Blick zurück auf die Vergangenheit des Museums als Kloster, Theater oder Kartoffellager zeigt, dass wir uns auch historisch an einem partizipativen Ort für kulturellen Austausch befinden. Deshalb steht für mich mit Blick auf die Zukunft die Überlegung im Zentrum, das Museum näher an die Menschen der Stadt zu bringen und es im städtischen Museumsverbund, aber auch regional stärker zu vernetzen. Das ist mir ein großes Anliegen. Der FREI_Raum wird dabei der Raumbereich sein, in dem wir das Museum stärker an die Stadt heranholen, die Stadtgesellschaft partizipativ mit einbinden und Stadtgeschichte nicht nur vergangenheitsbezogen betrachten, sondern daraus relevante Themen der Gegenwart entwickeln. Wir wollen mit der Stadt ins Gespräch kommen. 

artline: Können Sie ein Beispiel geben?
Götzmann: Wir werden im FREI_Raum eine digitale Stadtkarte erstellen, auf der Menschen gezielt ihre Ideen, ihre Orte in der Stadt eintragen können. Aber auch der Rückblick auf große Umbruchszeiten von der Badischen Revolution bis zur Anti-AKW-Bewegung ist wichtig für unser heutiges Demokratieverständnis. In kommenden Ausstellungen werden wir auch die Situation in der Ukraine aufgreifen, oder – als kleiner Ausblick in die fernere Zukunft – die kulturgeschichtliche Bedeutung von Haaren. Ein von der Antike bis zur Gegenwart hochspannendes Thema und eine wunderbare Gelegenheit für die häuserübergreifende Zusammenarbeit nicht nur mit Münchener Kollegen, sondern auch mit dem großen Fundus unserer kommunalen Museen von der Schwarzwaldabteilung bis zum Museum für Neue Kunst.

artline: Was ist neu, worauf freuen Sie sich besonders?
Götzmann: Endlich können wir die gesamte kulturgeschichtliche Sammlung und alles das, was bürgerliche Kunst und Kultur ausmacht, präsentieren. Wir haben einen so starken und wichtigen Objektbestand, den wir über so lange Zeit nicht gezeigt haben. Jetzt können wir sowohl unsere Schwarzwaldsammlung als auch das Zusammenspiel von Firmen- und Musikgeschichte wie bei der großen Welte-Orgel zeigen. Das Thema Religion können wir nun über die rein christliche Ausrichtung hinaus aufarbeiten. Im ehemaligen Konventsgebäude können wir Ausstellungen über zwei Etagen in Themenräume gliedern. Es werden also große Sammlungsbereiche zusätzlich zu sehen sein, und wir werden auch mehr Gelegenheit für die Menschen schaffen, sich zu beteiligen, indem sie zum Beispiel auch selbst Objekte mitbringen können.