Widerstände.
Jüdische Designerinnen der Moderne
Hirmer Verlag, München 2025, 304 S.,
45 Euro | ca. 55.90 Franken
Nach Recherchen zu jüdischen Keramikerinnen hat Michal Friedlander, Kuratorin am Jüdischen Museum Berlin, ihren Blick noch einmal geweitet und sich auf die Suche nach jüdischen Designerinnen gemacht. Frauen stand nicht jede Ausbildungsstätte offen, der Lette Verein oder auch die Reimann-Schule fingen einiges auf. Doch Unterricht fand oft auch am Samstag statt, ein Problem für viele Jüdinnen. Der Forschungsaufwand muss immens gewesen sein. Denn nicht nur waren jüdische Designerinnen und Kunsthandwerkerinnen ab 1933 vom Markt abgeschnitten, viele wurden verschleppt und ermordet, aber auch die überlebenden Frauen konnten nur selten an ihre Erfolge anknüpfen. Selbst in Israel nicht, auch dort dominierten Männer. Hinzu kommt, dass Frauen ihren Namen durch Heirat oder Einwanderung änderten. Umso größer ist das Gewicht von Friedlanders Forschung. Margarete Heymann-Loebenstein dürfte heute über Expertenkreise hinaus bekannt sein, doch wer kennt Rahel Ruth Sinasohn, die zeremonielle Metallgegenstände entwarf? Oder Marguerite Friedlaender-Wildenhain, die 1933 die Keramikwerkstatt der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein leitete, bevor sie 1933 entlassen wurde? Die Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist bis zum 23. November zu sehen, wer sie verpasst, sollte zu diesem Katalog greifen.

