Connecting Roots: Collective Stories, Individual Identities: Persönlich erinnern für eine gemeinsame Zukunft

Cross Culture ifa
Yassine Alaoui Isamili, aus der Serie: To the Moon and Back, Morocco, 2022, © Yassine Alaoui Isamili
Thema
4. September 2025
Text: Redaktion

Connecting Roots: Collective Stories, Individual Identities. 20 Jahre CrossCulture Programm.
ifa Galerie, Charlottenplatz, Stuttgart.
Finissage-Wochenende vom 19. bis 21. September 2025 mit Workshops und Performances.
Anmeldung unter

Cross Culture ifa
Sameh Al Tawil, CHAOS, 2019, Performancestill © Sameh Al Tawil
Cross Culture ifa
Mohamed Thara, An egg, the white is gone but the yellow remains, 2024, Videostill, © ADAGP, Paris 2024

Anfang August lud die ägyptische Künstlerin Yara Mekawei zu einem Soundspaziergang durch Stuttgart ein. Ausgestattet mit Smartphones  und Kopfhörern machten sich die Beiteiligten auf den Weg und folgten dem Audioguide, der das Rauschen der Auto- und Industriemetropole mit Sounds aus den multikulturellen Communities und dem Rumoren um umstrittene Projekte wie Stuttgart 21 zu einer dichten Klanglandschaft verwob. Auf Mekaweis globaler „Sonic Map“ ist das akustische Stuttgart-Porträt jetzt mit anderen O-Ton-Choreografien aus Städten wie Beirut, Bergen, Nablus, Kairo oder Licata auf Sizilien verbunden, online nachzuhören auf der Homepage der Künstlerin (yaramekawei.com).

Dass Mekawei mit dieser Arbeit zum Begleitprogramm der Gruppenschau „Connecting Roots“ in der ifa-Galerie Stuttgart eingeladen wurde, ist nicht ohne Grund. Ihr Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) im Rahmen des „CrossCulture Programms“ (CCP), das in diesem Sommer sein 20-Jähriges Bestehen feiert. Als eine von 15 Künstlerinnen und Künstlern, die in Stuttgart ausstellen, gehört sie zu den mittlerweile rund 1.100 ehemaligen Stipen­diatinnen und Stipendiaten des Programms, das Berufstätigen und Ehremamtlichen aus Kultur, Bildung, Wissenschaft und Medien den Austausch mit Menschen abseits des eigenen kulturellen Kosmos ermöglichen will. „Ziel des CrossCulture Programms ist es, zivilgesellschaftliche Netzwerke zwischen Deutschland und der Welt nachhaltig zu stärken“, heißt es auf der ifa-Homepage. Die von Elham Khattab und Omar Chennafi kuratierte Schau „Connecting Roots“ kreist um den Austausch von persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen, ohne den die Idee einer geteilten, kollektiv gestalteten Zukunft nicht denkbar wäre. Die Verbindungen sind vielfältig. So nahm die Fotoserie von Yassine Alaoui Ismaili über Mercedes-Taxis in Marokko als Orte der alltäglichen Begegnung ihren Anfang mit einem Besuch des Künstlers im Stuttgarter Mercedes-Museum. Monon Múntaka aus Bangladesh thematisiert in ihrer Fotoarbeit Gewalt gegen Frauen als eine weltweit alltägliche Erfahrung und versteht Erinnerung als Mittel der Heilung und des Widerstands. Am Finissage-Wochenende schließlich lädt die ifa-Galerie zu einem Begleitprogramm, unter anderem mit einer KI-generierten Live-Performance von Sameh Al Tawil und einem Workshop der kaschmirisch-pakistanischen Künstlerin Zahra Amber über das Kochen als Akt persönlichen und gemeinschaftlichen Erinnerns.