Tyler Mitchell: I Can Make You Feel Good

Tyler Mitchell, Untitled (Sosa with Orange Hula Hoop), 2019, © Tyler Mitchell
Bücher
2. April 2021
Text: Dietrich Roeschmann

Tyler Mitchell: I Can Make You Feel Good.
Prestel Verlag, München, London, New York 2020, 206 S., 55 Euro / ca. 74 Franken.

www.tylermitchell.co

 

Tyler Mitchell, Still from Idyllic Space, 2019, © Tyler Mitchell
Tyler Mitchell, Untitled (Boys of Walthamstow) 2018, © Tyler Mitchell
Tyler Mitchell, Untitled (Park Frivolity), 2019, © Tyler Mitchell
Tyler Mitchell, 2020, © Tyler Mitchell

Als Tyler Mitchell ein Teenager war, klickte er sich auf Tumblr stundenlang durch Tausende von Fotos, fasziniert von den vibrierenden Coming-of-age-Reportagen weißer Szene-Stars wie Ryan McGinley oder Larry Clark. Später griff er dann selbst zur Kamera, angetrieben von der Vision, eine Bildsprache für dieses Gefühl von Aufbruch, Unabhängigkeit, Nähe und Glück junger Schwarzer zu entwickeln, das in den Medien bis heute kaum präsent ist. Er drehte Skater-Videos, schoss Kampagnen für Comme des Garçons bis Marc Jacobs und war 2018 der erste Afroamerikaner, der ein Cover für die US-„Vogue“ fotografierte – das Porträt von Beyoncé hängt mittlerweile in der National Portrait Gallery in Washington. Zuletzt, ebenfalls auf dem „Vogue“-Cover, posierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris für Mitchell. In seinem Debüt-Band mit dem Titel „I Can Make You Feel Good“ entwirft der 25-Jährige nun eine flirrende Utopie schwarzen Lebens, die auf subtile und kluge Weise in atemberaubend scharfem Kontrast zur Wirklichkeit von Rassismus und Polizeigewalt in den USA steht.