Zak van Biljon

Zak van Biljon
Zak van Biljon, Thinking of Japan, 2022, © Zak van Biljon
Porträt
16. Juni 2026

Zak van Biljon bei Galerie 94, Baden, an der Photo Basel, Volkshaus Basel, Rebgasse 12-14, Basel.
Dienstag bis Samstag 12.00 bis 20.00 Uhr, Sonntag 12.00 bis 18.00 Uhr.
16. bis 21. Juni 2026.
www.photo-basel.com

Zak van Biljon
Zak van Biljon, Türlersee, Zürich, o.J. , © Zak van Biljon

Wenn Zak van Biljon (*1981) auf Motivsuche ist, trägt er meist Funktionskleidung, Wanderschuhe und einen Rucksack, in dem Stativ und seine etwas altmodisch aussehende Kamera Platz finden. Und er kommt mit dem Mountainbike. Vielleicht brauchte es jemanden wie van Biljon, um einen unverbrauchten Blick auf die Schweizer Berge zu werfen, die so oft gemalt, aber auch fotografiert wurden, dass man glaubt, man könne an ihnen nichts Neues mehr entdecken. Zak von Biljon wuchs in Südafrika auf und verbrachte als Jugendlicher viel Zeit im Busch und mit dem Fotografieren. Er studierte am National College of Photography in Pretoria, während seiner Ausbildung hat er sich ausgiebig mit der Schwarz-Weiß-Fotografie beschäftigt. Seit 2004 lebt er in Europa, seit 2009 in der Schweiz. Seine Faltenkamera ist eine Spezialanfertigung für Infrarotfotografie. Die Technik, die eigentlich fürs Militär entwickelt wurde, wirft nun einen völlig anderen Blick auf die Schweizer Landschaft. Denn jede Belaubung, jede Pflanze, jeder Grashalm erscheint auf van Biljons Aufnahmen rot, wenn nicht gleich pink. Man könnte glauben, es seien Stills aus einem Science-Fiction-Film, oder wenn Zak van Biljon einzelne Blüten oder Halme mit der Kamera festhält, dass die Fotografie die Schwester des Ikebana sei. Jedenfalls sind die Bilder hochästhetisch.

Auf diese Weise hat der in Zürich lebende Fotograf auch bildfüllend blühende Wiesen aufgenommen, die einzelne Blume verschwindet in „Florascapes“ im Meer der Halme. Die Megastädte seiner Serie „Civilization“ scheinen sich aus dem gleichen Nebeneinander von Ordnung und Chaos ergeben zu haben. Auch hier bietet kein Horizont Orientierung, das Auge verliert sich im Muster der Häuser. Für den Südafrikaner, der für seine künstlerische Arbeit die Disziplin des Werbe- und Modefotografen mitbringt, bedingt sich beides. Zu wenige Menschen halten sich seiner Meinung nach draußen auf, um ein Gefühl für die Schönheit der Natur zu entwickeln. Zak van Biljon hilft da ein bisschen nach.