Céline Brunko, *1987 in Zürich, lebt und arbeitet in Zürich und Paris.
Dezemberausstellung, Kunst Museum Winterthur, Museumstr. 52, Winterthur.
22. November 2025 bis 4. Januar 2026.
www.celinebrunko.ch
@celinebrunko
Die Arbeiten „New World“ und „Fossils I–III“ beschäftigen sich mit der vertikalen Schichtung von Stadtlandschaften und deren unsichtbarem Untergrund. Ausgangspunkt ist Paris – eine Stadt, die sich über Jahrhunderte wie ein Sediment aufgebaut hat, in dem sichtbare Oberflächen und verborgene Tiefen miteinander verwoben sind. Unter der gebauten, horizontalen Struktur liegt ein Geflecht aus Katakomben, ehemaligen Steinbrüchen, Abbau- und Nutzungsstätten sowie architektonischen Relikten. In Anlehnung an Aldo Rossis Verständnis der Stadt als gebautes Archiv des kollektiven Gedächtnisses untersucht die Arbeit diese historischen Schichten und ihre Verflechtungen.
Der Untergrund wird zu einem Raum, in dem soziale und politische Kräfte verborgen liegen, sich überlagern und als Resonanzkörper erfahrbar werden. Fossilien und Relikte sprechen aus einer zeitlichen Tiefe, die menschliche Hierarchien überschreitet, und zeigen, wie Geschichte sich materialisiert.
Zentral ist ein Video, das durch die verlassenen Gänge der ehemaligen Steinbrüche und Katakomben von Paris führt. Eine Stimme erzählt aus einer nicht-menschlichen Perspektive von einer zukünftigen Welt, in der nur noch Artefakte an unsere Zivilisation erinnern. Als narrativer Leitfaden ziehen sich Fossilien durch die Arbeit – Urtiere, die auf eine Zeit vor und nach uns verweisen: auf ein Meer, das einst das Pariser Becken bedeckte, und dessen Spuren bis heute in der Architektur der Stadt sichtbar sind.




