Wiederaufnahme des Gesprächs: Maja Wismer über Beuys‘ Arbeit an der Durchlässigkeit

Joseph Beuys Basel
Joseph Beuys, Installationsansicht im Kunstmuseum Basel Gegenwart, Foto: Gina Folly
Thema > Joseph Beuys 2021
17. Mai 2021
Text: Maja Wismer

Joseph Beuys: Wiederaufnahme des Gesprächs.
Kunstmuseum Basel Gegenwart, St. Alban Rheinweg 60, Basel.
23. Oktober 2021 bis 27. März 2022.
www.kunstmuseumbasel.ch

Was ist das Neue an Beuys’ Multiples?
Joseph Beuys‘ aktiver Umgang mit Multiples, verstärkt sich zu Beginn der 1970er Jahre als das euphorische Interesse an der Idee des mehrheits­fähigen Kunstobjekts abklingt. Dies zu einem Moment, in dem Beuys’ öffentliche Manifestationen mit einer Reihe von Mitstreitern in unterschiedlichen Kontexten praktizierte und damit sein künstlerisches Schaffen um einen wesentlichen Handlungsspielraum erweiterte: jener des öffentlichen Raums. Die Multiples wurden zu Requisiten seines Auftritts als Künstlers.

Worin liegt die Bedeutung von Joseph Beuys und seinen Arbeiten für die Museen?
Joseph Beuys hat ein faszinierendes Werk hinterlassen, bestehend aus raumgreifenden Skulpturen, filigranen Zeichnungen und äusserst vielgestaltigen Multiples. Sie alle sind materielle Hinterlassenschaften seiner unermüdlichen Arbeit an aktuell relevanten und breit debattierten Themen: Demokratie, Ökologie, Ökonomie und Pädagogik sowie die Möglichkeit der Mitgestaltung all dieser Bereiche durch die Kunst. Die Grenzen dieser Bereiche wieder durchlässiger zu gestalten, daran appelliert Beuys‘ Vermächtnis heute mit Nachdruck. Ich sehe dies als Herausforderung und Chance für aktuelle Museumsarbeit.

— Maja Wismer ist seit Oktober 2020 Leiterin des Bereichs Gegenwartskunst am Kunstmuseum Basel.