Christine Gedeon: Aleppo. Deconstruction. Reconstruction

Bücher
22. Februar 2021
Text: Jolanda Bozzetti

Christine Gedeon: Aleppo. Deconstruction. Reconstruction.
Kerber Verlag, Bielefeld 2020, 95 S., Englisch, 28 Euro / ca. 31.90 Franken.

www.kerberverlag.com

Im Alter von nur drei Jahren verließ Christine Gedeon 1976 Aleppo, um mit ihrer Mutter und den Geschwis­tern in die USA auszuwandern. Erst dreißig Jahre später besuchte die heute in Berlin und New York lebende Künstlerin ihre Geburtsstadt wieder, die sie bis dahin in Erinnerungen und Erzählungen begleitet hatte. Ein für später geplanter Aufenthalt wurde durch den Krieg unmöglich. Nun definitiv auf die Erinnerung zurückgeworfen, lokalisierte Gedeon mithilfe von Google Earth einige für ihre Familiengeschichte zentrale Orte in Aleppo. Daraus entstanden auf digitalen Zeichnungen basierende Papierarbeiten, die in den Farben der syrischen Flagge mit Buntstiften, Tape, aber auch Nadel und Faden abstrakt und ausschnitthaft die Stadt rekonstruieren. In der Publikation wird jede Zeichnung von einem Text begleitet, der die einzelnen Orte mit Erlebnissen aus der Vergangenheit verknüpft. Entstanden ist ein Band, der aus der autobiografischen Pers­pektive die wechselhafte Geschichte eines Landes vermittelt, die seit jeher von Zerstörung und Wiederaufbau geprägt war.