Corona Studios I: Sascha Brosamer

Sascha Brosamer (mit Lisa Busch, Olga Jakob und Christof John), Isolation Show, 2020, Videostill, Courtesy the artist
Sascha Brosamer (mit Lisa Busch, Olga Jakob und Christof John), Isolation Show, 2020, Videostill, Courtesy the artist
Thema > Corona Studios I
31. Mai 2020
Text: Sascha Brosamer

Sascha Brosamer, *1984, lebt und arbeitet in Freiburg.
www.saschabrosamer.com

Sascha Brosamer, Transoceanic, 2020, Siebdruck, 310mm x 625mm, Courtesy the artist
Sascha Brosamer, Transoceanic, 2020, Siebdruck, 310mm x 625mm, Courtesy the artist

Als Klangkünstler und Kurator beobachtete und adaptierte ich während meiner Isolation die allumfassende Relevanz des Internets.
Die Pandemie ist für mich eine Zäsur für eine kunstimmanente digitale Zukunftsentwicklung. Es entstanden neue Kollaborationen und Kompositionen.

ISOLATION SHOW

ISOLATION SHOW:
Sascha Brosamer (Sound)
Lisa Busche (Bild)
Olga Jakob (Bild)
Christof John (Bild)

Transoceanic

Die weltweite Verbreitung von Schellackplatten begann um 1925 mit einem beispiellosen Boom. Gleichzeitig begann auch die Musikindustrie, wie wir sie heute kennen. Die Handelsnetze wurden über die alten Kolonialhäfen und Sklavenschifffahrtsrouten durch den Atlantik, das Mittelmeer und den Pazifik betrieben. Die zeitgenössische Musikindustrie ist längst digitalisiert worden und das Internet hat sich zu einer globalen Jukebox entwickelt. Erstaunlicherweise nehmen heute die globalen Datenströme die selben Routen wie zur Zeit der schwarzen Scheiben: Tief unter dem Ozean bilden Unterseekabel, die derzeit über 95 Prozent des transozeanischen Internetverkehrs leiten, die Infrastruktur für unseren heutigen Musikkonsum.

Meine neue Arbeit „TRANSOCEANIC“ beschäftigt sich mit historischen Tonträgern und der Fernwirkung des Kolonialismus auf digitalen Strukturen. Veröffentlichung der Kompositionen als „Transoceanic EP“ am 15. Juni 2020 auf Vinyl im BB15, Linz sowie digital auf Bandcamp. Vorzugsausgabe mit Siebdruck und signiert.



Corona Studios I ist ein Projekt der Redaktion artline.org,
ermöglicht dank großzügiger Unterstützung vom Kulturamt der Stadt Freiburg